Darf man Arsch huh verarschen?

Der Kölner Kabarettist Jürgen Bekcer macht sich seine Gedanken über den inszenierten „Arsch-Huh Nr.2“ Protest der express-Prominenz mit Plattenvertrag, Alt- und Kölsch-Rocker, Südstadtklüngel und Konsorten:

Im Kampf gegen Nazis offenbart der Staat immer mehr Pannen. So wurde Uwe Mundlos, der Nazi von der Zwickauer Zelle, schon 1994 verhört. Vom MAD. Oder wie man es wohl korrekt ausspricht: MÄD. Er war bei der Bundeswehr aufgefallen, weil er Visitenkarten mit dem Konterfei von Adolf Hitler hatte. Dennoch konnte der MAD daraus keinen rechtsradikalen Hintergrund ableiten. Ich wette, wenn der MAD nach dem Krieg Adolf Hitler selbst verhört hätte, der wäre als Widerstandskämpfer eingestuft worden.

Noch schlimmer der Verfassungsschutz. Der finanziert über die V-Leute genau die Szene, die er anschließend überwachen soll. Der Staat fördert etwas, was er eigentlich verhindern will. Stellen sie sich mal vor, Sie kommen in die Verkehrskontrolle und der Polizist fragt: „Haben sie was getrunken?“ und sie antworten „Nein“. Darauf der Polizist: „Darf ich Ihnen denn was anbieten?“ Da ist es sicher gut, dass es noch Institutionen gibt, die dem Staat die Arbeit abnehmen und wirklich von Herzen und ohne jeden Eigennutz gegen rechts kämpfen. Zum Beispiel „Arsch huh“? Der Versuch, die Nazis mit der Androhung penetrant kölscher Musik aus der Stadt zu treiben. Das ist richtig gut, dass Köln hier Flagge zeigt. Denn rechtsextremes Gedankengut entsteht ja immer aus übertriebener Liebe zu dem Ort, an dem man geboren ist. Aus unreflektierter, stumpfer Heimatverbundenheit. Wenn man denkt, die eigene Kultur, das eigene Volk und die eigene Lebensweise sei das Beste auf der Welt und für die Welt. Ein Gedanke, der Köln bekanntlich komplett fremd ist.

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