Neupack: Alles ist möglich?

Joghurt aus Streikbrecher-Bechern schmeckt uns nicht!

Seit dem 1. November 2012 streiken die Arbeiter_innen der Verpackungsfirma Neupack in den Werken Hamburg-Stellingen und Rotenburg (Wümme). Die Kölner Wobblies erklären sich solidarisch mit den Streikenden und ihren Zielen.

Es geht hier ganz offensichtlich um ein autoritäres Management, das ernsthafte kollektive Verhandlungen mit selbstbewussten Beschäftigten ebenso ablehnt wie einen aktiven Betriebsrat, ganz zu schweigen von ordentlicher Bezahlung und Tariflöhnen.

Das Neupack-Firmenmotto „Alles ist möglich“ klingt wie eine finstere Drohung gegenüber den Beschäftigten. Der systematische Einsatz von Streikbrechern der polnischen Firma „Work Express“ (Katowice) seit dem 6. November 2012 passt ebenso ins Bild wie mehrfache an den Haaren herbei gezogene Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden Murat Günes. Ferner erfahren wir von ungleichem, willkürlichem Lohn, der seit 10 Jahren nicht erhöht wurde, und einem Arbeits-Regime nach Gutsherrenart.

Aber nicht nur für das Unternehmerlager, auch für die internationale Gewerkschaftsbewegung ist eine Menge möglich. Wir haben uns gefragt, wie wir euren Kampf von Köln aus unterstützen könnten und sind dabei auf folgenden Punkt gekommen:

  • Wer will schon Joghurt aus Streikbrecher-Bechern essen? Neupack produziert Plastikbecher für Supermärkte in ganz Europa. Ihr könntet euch entschließen diese Großabnehmer bzw. Kunden von Neupack ins Visier zu nehmen. Die meisten Kund_innen bei Aldi, Lidl, netto sind selber Arbeiter_innen. Denen dürfte der Appetit schnell vergehen. Wir würden uns in Köln an einer solchen Kampagne mit Freude beteiligen und vermuten, dass sich zahlreiche Leute in anderen Städten anschließen würden.
  • Aber das ist nur ein Vorschlag. Wir freuen uns jedenfalls, dass ihr den Mut und Zusammenhalt gefunden habt, um gegen die Willkür der Unternehmer-Familie Krüger anzugehen.

    Wir wünschen euch einen langen Atem und viel Erfolg!

    IWW Ortsgruppe Köln, 12. November 2012

    – – –

    Mehr Infos:

  • Berichte zum Strei auf labournet: http://labournet.de/branchen/sonstige/verpackungen/index.html
  • Unsere Kolleg_innen in New York haben bereits einige Unternehmen aus der Lebensmittelbranche in die Knie gezwungen (Flaum Appetizing, Wild Edibles, siehe Artikel unten), indem sie ihren Absatzmarkt durch Imageschädigung und Boykott-Aktionen gezielt dezimiert haben. Siehe hier:

  • Tnuva lässt Flaum Appetizing fallen – internationale Proteste zeigen Wirkung http://www.wobblies.de/?p=1340
  • New York: Brandworkers, Wobblies und Freunde zwingen Meeresfrüchte-Großhandel in die Knie http://www.wobblies.de/?p=475
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